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Erwartungen an die Schönheitschirurgie
Erwartungen an die Schönheitschirurgie
Schönheitskult
24.01.2012 20:11:30
Thomas Ettl


Das postoperative Glück

Vortrag, gehalten auf der  7. Grazer Psychiatrisch - Psychosomatischen Tagung  „Wahnsinnig schön“ v. 19.- 21.01. 2012


Meine Damen und Herren,
ich befasse mich in meinem Beitrag zum postoperativen Glück nicht mit misslungenen Operationen, den sog. face victims, deren Hoffnungen ja sofort zerstört sind. Ich spreche auch nicht von den medizinischen Problemen, den Nebenwirkungen von Implantaten, von Botox, von Nachblutungen, Taubheitsgefühlen etc. Ich werde von den psychischen Folgen der „Schönheitsarbeit“ (Menninghaus 2003), vom Schicksal der Erwartungen an die Schönheitschirurgie sprechen

Im April 2010 las ich in einer überregionalen Tageszeitung folgende Überschrift:
„Um Gottes Willen, ich bin nicht geliftet“ (Frankfurter Rundschau, 6.4.2010). Sie bringt die Entrüstung von jemandem zum Ausdruck, den man einer Schönheitsoperation verdächtigt hat. Inzwischen ist zwar eine steigende gesellschaftliche Akzeptanz zu beobachten. Dennoch darf es nie so aussehen, als habe man Zeit für die ästhetische Optimierung seines Körpers verschwendet. Allzu eifrige Beschäftigung damit gilt als suspekt. Die inneren Werte könnten zu wünschen übrig lassen, so der Verdacht.


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Ich gehe davon aus, dass im Vergleich mit den von Models repräsentierten Schönheitsidealen - Models vertreten die Idealkörper – der faktische eigene Körper schlecht abschneidet, weil er nicht in die kollektiv verbindlichen Schönheitsvorstellungen passt. Kurzum: Der mediale Beschuss mit Schönheitsidealen kann im ersten Schritt das Körperbild, im zweiten den faktischen Körper beschädigen. Ich wähle mit Absicht den Begriff „beschädigen“, weil er die Möglichkeit einschließt, dass sowohl ein vormals gesundes Körperbild Schaden nehmen kann, als auch, dass ein labiles oder prämorbides Körperbild zusätzlich gestört werden kann (Zur Frage der Psychopathologie vgl. Ettl 2006). Die Beschädigung erzeugt Komplexe wegen vermeintlicher Hässlichkeit, erzwingt eine übermäßige Beschäftigung mit dem Körper, z.B. ein ständiges „checking-back“ und bewirkt, dass die normalerweise milde Kluft zwischen Idealkörper und Realkörper soweit aufreißt, dass Unzufriedenheit und ein Gefühl, vom Glück ausgeschlossen zu sein, das Wohlbefinden beeinträchtigen. Diese Beeinträchtigung kann in den krankheitswertigen Zustand einer Dysmorphophobie übergehen, also in Scham und Angst enden, da man sich wegen seines körperlichen Erscheinungsbildes sozial stigmatisiert fühlt. Euler et al. (2003) sprechen von einer „ethnischen Störung“, Freud würde vermutlich kollektives Elend diagnostizieren. Wir hätten es mit einer Leidensqualität von „metaphysischer Dimension“ zu tun, schreibt Menninghaus (2003). Dieses Leiden nimmt seinen Anfang bei unrealistischen Bildern - den digital geschönten Models – und mündet in der Notwendigkeit, den faktischen Körper zu verändern (vgl. Ettl 2006). Mit anderen Worten: Die Bilder bestimmen das Handeln, also die Praxis der Subjekte, insofern als diese sich veranlasst bzw. gezwungen sehen, mittels eines konkreten invasiven Eingriffs in ihren Körper, einer Körperverletzung durch eine Operation, diesen an das herrschende Schönheitsideal anzugleichen, um sich in die Gemeinschaft reintegriert fühlen zu können. Das bedeutet, die Bilder bzw. die ihnen inhärente Handlungsanweisung besitzen eine solche Macht, dass sie nicht nur das Körperbild, sondern den realen Körper zu beschädigen, eben zu verletzen, vermögen. Die Bilder haben hier eine ähnliche Wirkung wie manche Ideologien politischer oder religiöser Natur, die tödlich sein können. Die medial vermittelten gefälschten Körperbilder der Schönheitsindustrie schaffen also Fakten. Aber nicht nur das, ihre Macht reicht sogar soweit, dass sie zum Lebensentwurf einer heranwachsenden Generation werden können, wenn dieser vorschwebt, Model zu werden und wider jeder finanzstrategischen Anlagevernunft einzig in die „Bioaktie“ (Villa) Körper investiert. Es geht also bei der Schönheitsarbeit um viel viel mehr als um Schönheit.


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Nachdem sich die Operationswilligen in einer Schönheitsoperation Schmerz und Gefahr für die Gesundheit ausgesetzt und dafür viel Geld ausgegeben haben, stellt sich die Frage, ob die Körpermodifikation das Glück gebracht hat, das man sich vom geschönten Körper erhofft hat? Die Models beschädigen ja nicht nur, sondern verheißen ein Leben wie in Hollywood. Sind also die Wünsche nach sozialer Konformität, nach Selbstverwirklichung, nach Wiedergewinnung der Kontrolle über den eigenen Körper und über den Blick der Anderen, nach sexueller Attraktivität in Erfüllung gegangen? Sind Unzufriedenheit und selbstquälerische Beschäftigung mit dem eigenen Körper zu Ende, sind Scham und Angst überflüssig geworden, ist die narzisstische Wunde geschlossen? Kann man also die Schönheits-OPs zu jenen wie Freud sagt: „Lebenstechniken“ hinzufügen, über die der Mensch zum Glück kommt?


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Nach der Operation zeigen die meisten Operierten durchaus Glücksgefühle. Sie werden angesichts dessen, was sie im Spiegel sehen, euphorisch, manche geraten in hypomanische Erregung. Sie sind dem Kleinkind vorm Spiegel vergleichbar, das in Jubel über sein „moi ideale“ ausbricht (vgl. Lacan 1949). Was sie sehen erscheint ihnen als Erlösung aus gesellschaftlicher Stigmatisierung und quälender Dysmorphophobie. Die Operierten fühlen sich befreit von der Angst vor dem Liebesentzug der als „böse“ erlebten Gesellschaft, die mit ihrem „hässlichen“ Körper unzufrieden war und sind sich sicher, die Offensive der Gesellschaft gegen das Hässliche für sich gestoppt zu haben. Die Phantasie in der Hypomanie lautet: Der operierte Körper ist fortan unverwundbar, autonom und nicht länger krankheits- und altersanfällig. Kurzum: Mit dem geschönten Körper fühlt man sich von den Sorgen um Leib und Alltag befreit. Überdies kann im postoperativen Rausch der operativ bedingte Verlust eines Körperteils oder der Identität, z.B. bei Gesichtsmodifikation, verleugnet werden. All dies kann durchaus Glück erzeugen, zumal manche eigenem Bekunden nach bereits jahrelang in einem ihrer Wahrnehmung nach beschädigten Körper lebten.

Was nach Schönheitsoperationen als Glück empfunden wird, ist die plötzliche Aufhebung der massive Spannung erzeugenden Kluft zwischen Real- und Idealkörper. Über die Operation ist zumindest im Erleben der Betreffenden aus dem Realkörper ein Idealkörper geworden. D.h., wir haben es mit einer Rückkehr in eine Zeit zu tun, als der Narzissmus dem Ich noch nicht entrissen war, Rückkehr in einen Zustand, in dem Ich und Nicht-Ich noch nicht differenziert waren. Die Stimmung ist manisch, weil man glaubt, diese verlorene Zeit wiedergefunden zu haben und weil das Körperich jetzt mit narzisstischer Libido besetzt ist. Manchen Operierten gehen in der hypomanischen Erregung die Worte verloren und plappern bei der Kommentierung ihrer Veränderung nur nach, was ihr Schönheitschirurg im Eigenlob seines Werkes vorgesprochen hat.

Man kann also sagen, es kommt bei den Operierten zu einer Affektumkehr: Aus der präoperativen Verzweiflung und Depression wird eine postoperative Manie. Die Schönheits-OP wirkt wie ein Antidepressivum.

Manche Operationswillige gerieten präoperativ sogar in den Zustand einer Depersonalisation, als hätten sie keinen eigenen Körper mehr. Das ist dann der Fall, wenn dem Körper wegen seiner vermeintlichen Hässlichkeit die gesamte narzisstische Besetzung entzogen wurde. Den Betroffenen erscheint eine Schönheitsoperation dann als unumgänglich. Die Beschäf¬tigung des Arztes mit ihrem Körper, die Operation selbst und die anschließende Bewunderung des Ergebnisses durch den Arzt und die Angehörigen, der vielfache „Glanz im Auge des Betrachters“ also, werden dringend zur Wiederfindung und narzisstischen Besetzung des Körpers benötigt. Die Operation soll die drohende psychische Desintegration abwenden, um sich wieder existent fühlen zu können. In diesen Fällen wirkt die Operation als Antipsychotikum bzw. Antidissoziativum. Das Schneiden des Chirurgen hat hier dieselbe Funktion, die auch das selbstschädigende Schneiden der Haut, das sog. Cutting, oder andere selbstverletzende Maßnahmen haben, die viele Patienten mit Identitätsstörungen zur Selbstheilung an sich vornehmen. Aus diesem Grund verstehe ich Schönheitsoperationen als an den Chirurgen delegierte Selbstverletzung.

Welchen Weg die Hypomanie nimmt, ob sie sich beruhigt oder in die Psychose führt, hängt davon ab, wie die Verschmelzung mit dem Ideal bzw. Model erlebt wird. Im günstigen Fall übernimmt das Ich die ersehnten Körpereigenschaften des Models und diese werden Bestand¬teil des Ichs. Das Ich hat ein Gefühl der Verschmelzung zu seinen Gunsten. Es hat das Model bzw. Ideal assimiliert. Das erzeugt eine milde postoperative Körperzufriedenheit. Im ungünstigen Fall fühlt sich das Ich vom Model bzw. Ideal überwältigt. Das Ideal absorbiert das Ich und löscht es aus. Das Selbst wäre nur Kopie des Models. Es hätte akkommodiert. Die Selbstwahrnehmung wäre in den Wahn abgeglitten - wir hätten es mit einer psychotischen Verarbeitung zu tun. Bündig gesagt: Es ist ein himmelweiter Unterscheid, ob der Operierte meint, er sähe aus wie Brad Pitt oder ob er meint, er ist Brad Pitt.

Halten wir noch fest, dass Patientinnen mit Brustvergrößerungen am zufriedensten sind. Sie können in der Gewissheit leben, „ideale Mutter“ für einen Säugling oder für einen Mann zu sein, was manchmal dasselbe ist. Am wenigsten zufrieden sind Nasenoperierte (Euler et al., 2003). Probleme mit dem „Ich bin“, der Nase, dem Gesicht, sind offenbar nicht so leicht mit dem Skalpell zu lösen wie Probleme mit dem „Ich habe“, z.B. der Brust.


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Damit entfernen wir uns vom Glück und nähern uns lauem Behagen oder möglicherweise lauem Unbehagen. Das liegt zunächst an der Natur des Glücks selbst. Freud ging davon aus, die Menschen wollten glücklich werden und bleiben, was das Erleben starker Lustgefühle bedeute. Demzufolge beherrsche das Programm des Lustprinzips vom Anfang an die Leistung des seelischen Apparates. Das Programm sei jedoch nicht durchführbar, da die Absicht, der Mensch werde glücklich, im Plan der Schöpfung nicht enthalten sei. Doch könne man Bemühungen, dem Glück näher zu kommen, nicht aufgeben. Zwei Wege böten sich an: entweder den Lustgewinn voranstellen oder aber die Unlustvermeidung. Auf keinem dieser Wege könnten wir alles, was wir begehren, erreichen.
Was Glück ist, präzisiert Freud: „Was man im strengsten Sinne Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist seiner Natur nach nur als episodisches Phänomen möglich“ (Freud, 1930a, 434). Jede Fortdauer einer vom Lustprinzip ersehnten Situation ergebe nur ein Gefühl von lauem Behagen. „Wir sind so eingerichtet, daß wir nur den Kontrast intensiv genießen können, den Zustand nur sehr wenig. Somit sind unsere Glücksmöglichkeiten schon durch unsere Konstitution beschränkt“ (Freud, ibid., 434). Schon von daher dürfte das postoperative Glück nur von kurzer Dauer sein.

Glück aber liegt auch gar nicht im Interesse der Schönheitsindustrie. Zwar spricht sie wie die Werbung allgemein das von Freud erwähnte Glücksstreben an. Aber sie selbst sorgt aus naheliegenden Gründen dafür, dass das Glück nicht von Dauer ist. Sie möchte zufriedene Kunden, aber der wunschlos glückliche Kunde kann nicht ihr Zeil sein. Er wäre geschäftsschädigend. Die Rennstrecke zu Glück und Zufriedenheit darf nie ein Ziel haben, denn die Schönheitsindustrie will kein Glück erzeugen, sondern den Konsum von Schönheit ankurbeln.

Damit aber nicht genug. Das Glück zu glauben, man sähe nun wie ein Model aus, ist rein narzisstisch. Dieses narzisstische Erleben wird im Schönheitskult über die Imitation bzw. treffender weil bezeichnender: die magische Identifizierung ermöglicht. Objektiv kann es jedoch nie zur Fusion mit dem Model kommen, da sich der reale Körper nicht wie die Bilder von den Models digital bearbeiten lässt. Der operierte Körper bleibt immer eine schlechte Kopie, der Doppelgänger, das Model behält seinen Vorsprung. Wenn diese Realität ins narzisstische Erleben ein¬bricht und vom Operierten anerkannt werden muss, reißt die Kluft zwischen Ich und seinem Ideal zwangsläufig wieder auf. Das Glück ist dahin, weil die Kluft eine Wunde bleibt, die nie verheilt.

Übrig bleibt Angst, denn die Fusion mit dem Ideal birgt das Risiko eines Identitäts¬verlusts. Der Wunsch nach Identitätstausch und die Angst vor Identitätsverlust liegen im Schönheitskult eng beisammen. Nichts Neues ohne Verlust: Kein Identitätstausch ohne Identitätsverlust. Das zeigen die Nasenoperierten. Angst macht die Mimikrygefahr, wie die bange Frage der Operationswilligen und ihrer Angehörigen vor der Operation zeigt: Erkenn’ ich mich bzw. dich dann wieder? Mit andern Worten: Die Verschmelzung mit dem Ichideal kann zum “psychischen Tod“ (Lebovici) führen. Der Vorgang ist dem Orgasmus vergleichbar, weshalb manche Menschen nach dem Verkehr sofort zum Spiegel eilen müssen, um sich zu versichern, noch existent zu sein. Mit Winnicott könnte man sagen, durch die magische Identifizierung mit den Models, durch die Operation also, geht die „continuity of being“, hier die continuity of body-being, verloren, mitunter unmittelbar nach dem Erwachen aus der Narkose. Darum kann anstelle des postoperativen Glücks auch ein Schock eintreten.


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Dem Glück droht aber auch Gefahr, weil das Ich dazu tendiert, sich sein Ideal zu zerstören. Das Ich schämt sich nicht nur vor seinem Ideal, es ist auch neidisch auf sein Ideal und hasst es. Zum einen benötigt es das Model als Projektionsfläche für den eigenen Narzissmus und macht es zum Gott. Zum anderen beschert das Model dem Ich eine Erschütterung seines Selbstwertgefühls, weil es ihm seine Hässlichkeit vorführt. Das macht die Beziehung zu Models ambivalent und deshalb sind Models stets in Gefahr, in der Gunst des Publikums abzustürzen. Was sich zwischen Publikum und Models abspielt, findet innerpsychisch seine Entsprechung. So wie die Menge über Models oder Prominente spöttelt, die unter Verdacht stehen, sich einer Schönheits-OP unterzogen zu haben, so wie öffentlich oder in Internetforen gelästert wird, wobei die dortige Anonymität jede Hem¬mung beim Spotten fallen lässt, Vorgänge, die einer Idolatrie nahekommen, so nimmt innerpsychisch das Ich im Hass eine Entidealisierung und Entwertung seines Ichideals vor. Ist das Ichideal jedoch entwertet, sinkt das Selbstwertgefühl ab, da das Ich ohne Ideal ist, was zur Folge hat, dass nach neuen Models Ausschau gehalten werden muss, um sich narzisstisch wieder besser fühlen zu können. Neue Models aber kreieren neue Ideale. Das bedeutet, die alten sind hinfällig und neue Schönheitsoperationen fällig. Mang sagt: „Jede vierte Operation ist eine Reparatur von Übertreibungen, oder weil die Mode sich ändert“ (Frankfurt Rundschau, 6.4.2010).
Weil die Ambivalenz dem Ichideal oder seinen Repräsentanten gegenüber tödlich sein kann, müssen immer neue Models produziert werden, sozusagen als magischer Wiedergutmachungsversuch der Zer¬störung am Ichideal. Das wird vom Kommerz dankbar als Auftrag entgegengenommen.

Jetzt sind wir schon beim lauen Unbehagen. Für dieses dürfte auch das unterschwellige Gefühl sorgen, sich Schönheit erschwindelt zu haben. In der Glücksmanie ist der Operierte Hochstapler, genauer „lokalisierter Hochstapler“ (Greenacre) der Schönheit. Er hat sich der Imi¬tation bedient, dem probaten Mittel zur Täuschung und Blendung. Immerhin ist die Imitation der Mechanismus, der in die falsche Identität, ins „Als-Ob“, führt. Hochstapler spielen erfolgreich mit dem Illusionshunger des Publikums (vgl. Greenacre 1958), da dieses begierig an die Täuschung glaubt. Die Wir¬kung, die Schönheits-OPs im Fernsehen auf Zuschauer haben, belegen diesen Illusionshunger. Je mehr geschaut wurde, desto positiver wurde die Ein¬stellung zu chirurgischen Korrekturen und desto größer war die Bereitschaft, sich selbst unters Messer zu legen. Der Zuschauer macht sich zum Komplizen der Hochstapelei. Er leistet dem Operierten mit seiner Bewunderung das, was das Spiegelbild in der Spiegelphase zu leisten vermag: die Verleugnung der Realität.
Unbehagen stellt sich ein, weil der Hochstapler mit der Angst leben muss, enttarnt zu werden. Darum die Angst mancher Operierter vor dem Licht der Öffentlichkeit. Eine milde Form dieser Angst empfinden Schöne, deren Glück vom Grübeln darüber getrübt wird, ob sie Erfolg wegen ihrer Schönheit oder wegen ihrer Fähigkeiten haben. Diese Unklarheit ist mitunter quälend.

Beim Wunsch nach Körperoptimierung geht es nicht nur um den Wunsch nach Kontrolle über den eigenen Körper, sondern auch um den nach Kontrolle über den Eindruck, den der eigene Körper beim anderen hinterlassen soll. Der Erleb¬niswert des geschönten Körpers orientiert sich nämlich ganz am Blick des anderen, an dessen Bewunderung oder Missbilligung. Er soll die Illusion bestätigen, der ästhetisierte Körper sei dem vormals vermeintlich hässlichen überlegen, z.B. unverwundbar oder vor dem Zugriff der Zeit geschützt.
Bewunderung und Verhöhnung liegen jedoch eng beisammen, weshalb Schöne, ob operiert oder nicht, leicht in Gefahr geraten, sich zum Gespött zu machen. Es geht ihnen da durchaus wie den Models. Erhellend sind Reaktionen, werden Operierte unvorbereitet auf ihre Körpermanipulation angesprochen. Sie reagieren, als hätte man sie ertappt. Entweder sie verleugnen sie oder legen Geständnisse ab oder reagieren mit Entrüstung – wie in der eingangs zitierten Überschrift - und drohen mit dem Anwalt. Er soll die Kontrolle über den Blick des anderen durchsetzen, darüber, was andere sehen und nicht sehen sollen. Nicht sehen soll man, dass der Betreffende mit seinem Körper nicht zufrieden war, dass er ihn als mangelhaft empfand. Neugier und Sensationslust des Publikums jedoch lassen die Verleugnung nicht durchgehen: das Publikum wird inquisitorisch. Einen Eindruck davon können Sie sich am besten im Internet machen. Der Anwalt soll die Zeugen der Scham mund - “tot“ machen, soll die Demütigung löschen und dem Beschämten zum Triumph über seine Spötter verhelfen. Das bedeutet: Die operativ geschönten Körper oder Körperteile werden unter dem prüfenden Blick des anderen flugs wieder als stigmatisierend emp¬funden. D.h. Scham und Angst kehren zurück. Jetzt beäugen alle neugierig die operierten Körper. Das meint die verärgerte Bemerkung einer Prominenten: „Ich weiß gar nicht, warum die immer alle nur auf meine Lippen starren". Aber auch ohne Anwalt müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit es nicht so aussieht, als habe man Zeit für die ästhetische Optimierung seines Körpers verwendet.

Aus psychoanalytischer Sicht lässt das Kontrollmotiv erkennen, dass die Schönheitschirurgie im Dienst anal-narzisstischer Motive steht. Genetisch gesehen ist Körperkontrolle ursprünglich Kontrolle der Ausscheidungsorgane. Sie dient der Vermeidung von Inkontinenzerlebnissen, in denen Zeugen anwesend sein könnten. Inkontinenzerlebnisse sind die Urszenen der Scham. Bezeichnenderweise erleben Dysmorphophobiker ihren Körper als schmutzig und inkontinent.

Kurzum: Prä¬operativ wird die Hässlichkeit, postoperativ das Geschönte gefürchtet. Deshalb dürfte das selbstzufriedene Glück Ausdruck einer nur passager gelungenen manischen Abwehr gewesen sein.

Probleme entstehen aber auch, weil das Bild vom eigenen Körper mittels Schönheitschirurgie nur bedingt kontrollierbar wird. Das liegt an der Wandelbarkeit des Körperbildes, das sehr vom augenblicklichen emotionalen Befinden abhängig ist, sodass mitunter das faktische Erscheinungsbild nichts mit dem erlebten Körperbild zu tun haben muss. Ich erinnere an die verzweifelte Stimmung der Anorektikerin vor dem Spiegel, wenn sie trotz faktischer Dürre nur eine fette Gans in ihm sieht. Die Magersüchtige sieht sich im Spiegel als Adipöse. In ihrem Bewussten ist das ihr Horrorbild, in ihrem Unbewußten ihr Wunschbild. Das Porträt von Dorian Gray, sein Spiegelbild, unterschied sich radikal von ihm. Er war strahlend schön und jung, sein Porträt gealtert. Hierher gehört auch das klinische Phänomen, dass ausgewachsene und psychisch gesunde Männer mit normal oder gar übergroß entwickeltem Penis am „Komplex des kleinen Penis“ leiden können. Ferenczi hat diese Körperbildstörung mit einer Fixierung an ein präpubertäres Körperbild erklärt. Als Kinder hätte die Patienten der Gedanke geängstigt, ihr Genitale sei für den Coitus mit einem Erwachsenen zu klein. Die Latenzzeit unterdrücke diese Angst. Durch den Sexualtrieb in der Pubertät tauche die alte Sorge wieder auf, selbst wenn das Genitale Übergröße habe. Von der Veränderung werde keine Notiz genommen. „Die Idee“ vom Genitale sei auf der infantilen Stufe stehen geblieben (1911, 183).
Anzunehmen, über Körpermanipulationen ließe sich unproblematisch das Körperbild steuern, ist deshalb naiv. Die Wandelbarkeit des Körperbildes ist zugleich aber auch begrenzt, da wir uns im Laufe unseres Lebens ein Archiv an Körperbildern zulegen und nur aus diesem Archiv Körperbilder abgerufen werden. Viele Magersüchtige waren früher adipös und greifen vermutlich auf dieses gespeicherte Bild zurück. Auf diesem Archiv dürfte die Erinnerungsfähigkeit des Körpers beruhen. 
Wird der faktische Körper verändert, müssen sich Körperbild und Unzu¬friedenheit also damit keineswegs verändern. Postoperativ können alte Körperbilder erhalten und besetzt bleiben, auch wenn diese Erinnerung in der rauschhaften postoperativen Manie vorübergehend ausgeblendet sein kann. 
Das lässt vermuten, dass Schönheitsoperationen keinen nennenswerten Einfluss auf das Körperbild nehmen. Nach der Operation, wenn Kontrast und Plötzlichkeit der Körperveränderung ihre Wirkung verloren haben, könnte sich die Körperimago wieder auf den dysmorphen Zustand vor der Operation einpendeln. Die Wiederkehr des operativ Verdrängten kann bereits nach Tagen oder erst nach Monaten erfolgen, weshalb Befragungen unmittelbar nach der Operation diesbezüglich nur unzuverlässige Auskunft geben. Nach katamnestischen Angaben sucht man meist vergebens.

So kann das präoperative Körperbild reaktiviert werden, wenn z.B. Runzeln und Falten sich im Botox-Gesicht wieder Bahn brechen wie das Unkraut durch den betonierten Boden. Sie werden dann zum Trigger für die alten Körperbilder. Aber auch eine Operation selbst kann zum Trigger für im Archiv abgelegte Körperbilder werden. Bei Transsexuellen wurde beobachtet, dass z.B. ein Mann, hat er seinen Wunsch realisiert, als Frau zu leben, bei sich mehr männliche Züge entfaltet und akzeptiert, als ihm dies zuvor möglich war, und auch eine Frau integriert als Mann weibliche Züge besser in ihr Selbstbild. Beide identifizieren sich jeweils mit dem Abwesenden (Pfäfflin 1994), der verlassenen Identität. Wie bei Geschlechtsumwandlungen kann es auch durch eine Schönheitsoperation zu einer stärkeren Besetzung des präoperativen dysmorphen Körperbildes kommen. Im Internet klagt eine Brustoperierte verzweifelt, sie wolle ihre alten Brüste wiederhaben. Auch im Schönheitskult scheitert das Ichideal an der Existenz des Ichs. Ich habe es bereits erwähnt, aber jetzt kommen über Runzeln und Falten (ich zähle sie zum Leib) die Gesetze der Biologie und der Zeit wieder zur Geltung. Und auch dann kann es gefährlich für das Ideal werden. Wir haben Verhältnisse wie bei Dorian Gray. Das alternde Port¬rait (sein Ich) ist zur Gefahr für Dorian (sein Ichideal) geworden: der Schönling fällt tot zu Boden. Das Real- Körperich gewinnt: der Idealkörper wird zerstört, in der Regel durch einen völligen Abzug der narzisstischen Libido.


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Und zu guter Letzt dürfte sich auch die Erwartung, durch den geschönten Körper leichteren Zugang zu Sexualobjekten zu finden, nicht erfüllen, denn Schönheit und Begehren schließen sich aus. Die Schönheit hat Anbeter, Liebhaber hat nur die Grazie, heißt es. Was selbst vollkommen schön ist begehrt nicht notwendig etwas anderes als sich selbst. Schönheit sei tendenziell an Nicht-Begehren auf der Seite der Schönen gebunden, so Menninghaus (2003). Wird das Ich sein eigenes Ideal, dann wird der Körper mit narzisstischer Libido überflutet. D.h., Schönheitsoperationen fördern nicht die Objektliebe, sondern die Selbstliebe. Anders gesagt: Schönheitsoperationen zerstören den Traum vom libidinös besetzbaren Objekt. Mehr noch: Durch die operativ herge¬stellte Fusion mit dem Körperideal werden auch bewundernswerte Objekte, auf die projiziert werden könnte, überflüssig. Man braucht keine Götter mehr, man hält sich selbst für Gott. Im Extremfall erscheint dem Betreffenden die äußere und seine innere Welt darüber völlig unbelebt: ohne Liebesobjekte, ohne Götter. Symbolisierung und Sublimierung wären überflüssig, da es keine Objekte mehr gibt, die es zu substituieren gälte. Gerade aber aus der Er¬wartung einer Befriedigung entsteht das Phantasieleben, die Sprache und das Begehren, mithin Zukunft. Das Bildermachen am Körper erübrigt diese Kulturleistungen. Die Sexualität steht dann ausschließlich im Dienst narzisstischer Befriedigung. Von Interesse sind allenfalls zur reinen Triebabfuhr funktionalisierbare Selbstobjekte, die den narzisstischen Status stabilisieren sollen. Der Abzug der Libido vom Objekt ist psychoanalytisch gesehen der Kern der Paranoia. Mit ihr verwandt ist die Hypochondrie. Schönheitsoperierte riskieren tatsächlich beide Entwicklungen zu nehmen. 

Schlicht einem Denkfehler erliegen diejenigen, die sich ihre Genitalien verschönern lassen. Recht haben sie insofern, als Genitalien nicht schön sind. Aber sie sind erregend. Freud hat auf beide Eigenschaften hingewiesen. Das Geschönte aber will sich zeigen, das ist ja Ziel der Schönheitsarbeit. Dadurch aber verlieren die Genitalien ihre erregende Wirkung, weil sie in den Dienst des Narzissmus gestellt sind. Es ist dann mit ihnen, wie mit jener von Freud erwähnten Köchin, die nicht länger am Herd arbeiten will, weil der Hausherr eine Liebesbeziehung zu ihr unterhält (1926, 116). Freud meinte damit die Konversionssymptome, bei denen die Ichfunktion eines Organs geschädigt werde, wenn seine Erogeneität, seine sexuelle Bedeutung zunehme. Man könnte aber auch sagen, die Köchin ist jetzt etwas Besseres, hat eine narzisstische Aufwertung erfahren und nun keine Lust mehr auf Herd. So könnte es den geschönten Genitalien beider Geschlechter auch ergehen, werden sie übermäßig narzisstisch besetzt. Es ist dann, als würden sie in einer Glasvitrine zum bewundernden Beäugen, nicht zum erregten Anfassen ausgestellt. »Die Erscheinung des Schönen schüchtert das Begehren ein«, sagt Lacan (1960, S. 287).


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Werfen wir noch einen Blick auf das Geheimnis, warum Nasenops unzufrieden lassen: Das Gesicht ist Georg Simmel zufolge der geometrische Ort der inneren Persön¬lichkeit. Die Veränderung auch nur eines Elementes des Gesichtes modifiziere, so Simmel, sofort seinen gesamten Charakter und Ausdruck, d.h. der räumliche Zusammenhang der Elemente ist nur in engen Grenzen verschiebbar. Eine Nasenoperation ist demzufolge ein wirkmächtiger Eingriff in die Gesichtsgeometrie. Sie kann trotz gelungener Nase die umliegenden Elemente verzerren oder unpassend erscheinen lassen und damit die Identität verändern. Ich habe diese Prozesse an der Operation eines sog. „Schumikinns“ beschrieben (vgl. Ettl, 2006).

Ähnliche Bedeutung haben Eingriffe mit Botox. Nicht nur, dass die Gesichtsmotorik Einfluss auf die Physiologie nimmt - das koordinierte Anspannen bestimmter Gesichtsmuskeln kann z.B. Blutdruck wie Pulsfrequenz beeinflussen -, sie nimmt auch Einfluss auf die Emotionen: Lächeln hebt die Laune, eine Trauermine führt zu Niedergeschlagenheit. Betrachtet man das Gesicht überdies als jenen Körperort, der am feinsten Emotionen zum Ausdruck zu bringen vermag, so lässt sich ermessen, welche Folgen das Lahmlegen der Mimik hat. Eigentlich sind Botox-Gespritzte face victims. Sie sind an einem psychosomatischen Symptom erkrankt. Ihr durch Botox runzelgekilltes, bisweilen wie plastiniert aussehendes Gesicht kann Gefühle nicht mehr adäquat, wenn überhaupt nur verzerrt zeigen. Nur Mund und Augen sind dann noch in Bewegung. Das Gesicht erfährt einen Funktionsverlust. Das kann Berufsunfähigkeit zur Folge haben, z.B. bei Schauspielern. Einem Pat., dem die Tränen aus den Augen kullern, der aber keine entsprechende Mimik zeigt, könnte ein Therapeut fälschlicherweise die Diagnose einer „Als-ob“-Persönlichkeit stellen, zieht er eine mögliche Botoxwirkung nicht in Betracht. Einzig wegen der Jugendlichkeit der faltengeglätteten Gesichter lässt sich die Verunstaltung besser kaschieren als bei den offenkundigen face victims, die überdies nicht nur wegen der körperlichen Entstellung so schwer trauma¬tisiert sind, sondern auch, weil die Illusion, ihr Körper sei unverletzbar, ihr jähes Ende gefunden hat. Ein Funktionsverlust wie dem Gesicht droht neuerdings auch dem Gebärkanal, wie die Zunahme an Kaiserschnitten signalisiert, die von immer mehr Schwangeren mit dem Argument vorgezogen werden, sie wollten ihren „love channel“ vor einer Beschädigung bewahren.

Aber, meine Damen und Herren, die Motivation zu Gesichtsoperationen deutet auf eine interessante Veränderung hin, die Auskunft über Tabus in unserer Gesellschaft zu geben vermag. Nicht mehr Schönheit ist ihr Ziel, nein, Ziel ist, glücklich auszusehen, keine Stressmerkmale, keine negativen Gefühle, z.B. Zornesfalten zu zeigen, als wach und nicht depressiv zu erscheinen. Was soll man daraus schließen: Sind wir unglücklich, unzufrieden, depressiv, gestresst, übermüdet, aber keiner soll den burnout sehen? Die Abwehr, den Botoxgespritzten buchstäblich ins Gesicht geschrieben, lässt Rückschlüsse auf das Abgewehrte zu.


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Ich fasse zusammen: Trotz hypomanischer Stimmung bleiben im Schönheitskult prä- und postoperativ Scham und Angst die Leitaffekte. Die Angst, nicht begehrt zu werden, keine Rolle zu spielen und im Gleichgültigen zu versinken, besteht weiter. Die Hoffnung, sich mit einer Schönheitsoperation Individualität zu sichern, die allmähliche Alte¬rung, die Konfrontation mit der Vergänglichkeit, das Durchleben von schmerzhaften Trennungserlebnissen mit depressiven Gefühlen sich ersparen zu können, ging bislang nicht in Erfüllung.
Man könnte den Schönheitskult als einen Kult definieren, dessen Anhänger unablässig damit beschäftigt sind, die Schäden, die er anrichtet, zu reparieren. Es gehört zu seinen Paradoxien, seine Glücksverheißungen selbst zunichte zu machen und das ohne¬hin nur kurze Glück ins laue (Un-)Behagen zu überführen und damit die anthropologische Unwahrscheinlichkeit des Glücks zu bestätigen. Wir haben es im Schönheitskult sowohl präoperativ als auch postoperativ mit einem paranoiden Klima zu tun, denn auch Operierte werden weiter mit Hohn und Spott bedacht. Musste präoperativ das Hässliche, so muss postoperative das Geschönte gefürchtet werden. Das Ver¬drängte kehrt postoperativ zurück. Man hätte sich den Weg zum Schönheitschirurgen vielleicht sparen kön¬nen. Das Interesse an Schönheitsoperationen folgt derselben Logik, wie die vielen anderen instrumentellen, an extrinsischen Zielen orientierten Wünsche, die maßgeblich für Leere, Sinnlosigkeit und seelische Not unserer Wohlstandsgesellschaft verantwortlich sein dürften. Der geschönte Körper dient dann wie eine durchgestylte Wohnung als Reservat, als narzisstischer Rückzugsort in einer wegen ihrer Unüber¬sichtlichkeit nicht länger libidinös besetzbaren Welt. Fortan wird die Welt wird noch im Hinblick auf die Wirkung des eigenen Körpers strukturiert.

Hören wir die ernüchternde Bilanz eines Schönheitschirurgen: „Aber wer sich mit einem Lifting oder Fettabsaugen Glück kaufen möchte, wird unglücklich werden. Das ist meine Erfahrung aus mehr als zehn Jahren Praxis“ (Duve, 2004, 72).

Ich bin Ihnen noch Auskunft schuldig, von wem die eingangs erwähnte Überschrift stammt: Vom Schönheitschirurgen Werner Mang, von der Presse als Schönheitspapst gekürt. Sie ist seine Antwort auf die Frage des Interviewers:
»Und sind Sie nicht geliftet?«
Mang: »Nein, um Gottes Willen! Sie können gerne nachschauen.« (Frankfurter Rundschau, 6.4.2010)


Literaturangaben:
Duve, S. (2004): Aufgespritzt und abgesaugt. Aus dem Alltag eines Schönheitsarztes. In: Hauner, A. & Reichart, E. (Hrsg.) (2004): Bodytalk. Der riskante Kult um Körper und Schönheit. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 63-72.
Ettl, Th. (2006): Geschönte Körper – geschmähte Leiber. Psychoanalyse des Schönheitskultes. Tübingen: edition diskord
Euler, S. et al. (2003): Das Dorian-Gray-Syndrom als »ethnische Störung« der Spätmoderne. Psychosozial 26. Jg. Heft IV, (Nr. 94), 73-90
Ferenczi, S. (1911): Über obszöne Worte (Beitrag zur Psychologie der Latenzzeit). In: Ders.: Bausteine zur Psychoanalyse. Bd.1, Theorie. Bern, Stuttgart, Wien: Huber, 1984, 171-188
Freud, S.  (1926): Hemmung, Symptom und Angst. G.W. 14, 111-205
Freud, S. (1930a): Das Unbehagen in der Kultur. G.W. 14, 419-506
Greenacre, Ph. (1958). »The impostor«. Psychoan. Q. 17, 359-381
Lacan, J. (1949): Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint. In: Ders.: Schriften 1, Olten: Walter, 1973, 61-70
Lacan, J. (1960): Die Funktion des Schönen. Das Seminar. Buch VII. Weinheim, Berlin (Quadriga), 1996, 278–289.
Menninghaus, W. (2003): Das Versprechen der Schönheit. Frankfurt a. M. (Suhrkamp).
Pfäfflin, F. (1994): Zur transsexuellen Abwehr. Psyche, 48, 904-931


Adresse des Autors: Dr. Thomas Ettl, Schadowstr. 15, 60596 Frankfurt am Main, ettlth@web.de
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Januar, 2012
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